32 AHLSTADT. Rodach.
1846 wurde eine eiserne Klammer, welche zwei Balken am Chor verband, gefunden
mit der Inschrift: Johann Georg Sülzfleisch 1557] stammt die Thurm-Anlage her;
an der Nordseite der Sacristei eine Rundbogen-Thür mit Wulst vor einer Ab-
schrägung und mit Kehle proiilirt (mit Scheitelfuge), 1846 erneut (ein Stück des
alten, ebenso profilirten Gewandes liegt zum Zeugniss daneben aussen an der
Kirche); auch das Spitzbogen-Fenster an der Südseite im obersten Geschoss gehört
noch jener Bauthätigkeit an. Das schlechtere Spitzbogen-Fenster-oben an der Ost-
seite und die zwei kreisförmigen Fenster oben an der Westseite des Thurmes
scheinen dem 17. Jahrhundert, vielleicht der Bauthätigkeit von 1677 anzugehören.
[Diese Jahreszahl an der Kirche gewesen] Im Uebrigen verdankt der Thurm
(nach Einrichtung des Ohores zur Sacristei 1730 und nach Restaurirung 1779),
sowie die ganze Kirche ihr jetziges Aussehen dem bedeutenden Bau von 1846.
Das Kirchhaus wurde damals in romanischem Stil neu gebaut. Im Innern haben
Sacristei, N ebenraum und Kirchhaus Flachdecken. Eine rundbogige, in den Profilen
der alten Aussenthür nachgeahmte Thür wurde in die Wand gelegt, welche nun
die Sacristei vom Kirchhaus trennt. Im Kirchhaus zwei Geschosse Emporen. Die
Fenster sind rundbogig, mit Wulsten proiilirt. Eine Rundbogen-Thür an der West-
seite ist verhältnissmässig reich, an den Seiten mit einer gedrungenen, eingelegten
Säule, im Bogen mit einem starken, eingelegten Rundstab gegliedert und in diesen
Gliedern mit Blättern in guter Meisselarbeit verziert; an der Südseite ist eine
Rundbogen-Thür rechteckig umrahmt, von Pilastern eingefasst, welche ebenfalls mit
Ornamenten gemeisselt sind. Im Thurm sind in mehreren Geschossen Rundbogen-
Fenster angeordnet, an der Ostseite einfache, an der Südseite proülirte, an der
Nordseite eines über der alten Thür. Das oberste Geschoss ist an der Nord- und
Ost-Seite beschiefert. Darauf folgt ein schlanker Achteck-Helm. Die Kirche ist
aussen geputzt, doch der Putz zum grossen Theil wieder abgefallen. Gruner I,
S. 234. Kirchbuch. Lindner, Ans, im Rathh. zu Coburg.
Kanzel an der Kirchhaus-Ostwand, von 1856; vom Grundriss: k); Holz.
Kelch. Inschrift: IIB.AOB.ANNO 1721 in Palmzweigen, welche sonderbar
in Vogelköpfen enden, an der Kuppe; Fuss rund, hoch; Knauf gedrückt-kugelig.
Messing; 23 cm hoch.
Kelch, aus dem Anfang des 19. Jahrhunderts, mit: OMH am Fuss, mit
Roccoco-Ornamenten getrieben. Messing, zum Theil versilbert und vergoldet.
Kelch, von: Wank, Beuersdorfer und Luther 1896 gestiftet, sehr gut in
gothischem Stil; Silber, vergoldet.
Glocken. 1) Fries von umgekehrten Akanthusblättern; AVS DEM FEVR
BIN ICH ENTSPROSSEN EOKHART KVCHER HAD MICH IN ERFFORT
GOSSEN 1597; 97 cm Durchmesser. 2) GOTTES WORT etc. MDLXXXII;
Fries von Erdbeerblättern; Angabe des Gusses durch Eckh. Kucher; 74 cm Durch-
messer. 3) 1593 von Eckh. Kucher; 46 cm Durchmesser.